Autorennbahnen Infos

Als Autorennbahn, auch Slotcar-Bahn oder Slot-Bahn (von englisch Slot für „Schlitz“) wird eine technische Einrichtung benannt, mit der elektrisch angetriebene Modellautos spurgeführt befahren werden.

Die Spielzeugindustrie liefert zusammensteckbare Fahrbahnteile mit zwei Spuren, die jeweils einen Schlitz zur Führung und zwei Leiterbahnen zur Stromversorgung der Modellfahrzeuge besitzen. Die Fahrer haben jeweils einen Handregler und können damit Geschwindigkeit und Bremsverhalten der Modellautos steuern. Ziel des Spieles ist es, möglichst schnelle Runden zu fahren, ohne dass dabei die Fahrzeuge von der Strecke abkommen, und natürlich Rennen auszutragen (Slotracing). Carrera Autorennbahn wird oft als Synonym für Slotracing verwendet.

Vorläufer der heutigen schlitzgeführten Autorennbahnen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mittels Uhrwerk angetriebene Automodelle, die durch eine Randerhöhung in der Spur gehalten wurden. Der Anfang in den 1950er Jahren

In den frühen 1950ern kam im wettfreudigen Großbritannien, bevorzugt in den Hinterzimmern von Gaststätten, das „Railracing“ in Mode. Die überwiegend aus Balsaholz und Messingblech selbstgebauten Fahrzeugmodelle wurden mittels Metallbändern, ähnlich der Form von Vorhangschienen, die oben auf der Fahrfläche montiert wurden, geführt. Der Antrieb erfolgte anfangs angeblich mit Miniaturdieseln (Modellflugmotoren), später mit frisierten Elektromotoren, die meist aus dem Sortiment der bereits boomenden Modelleisenbahnindustrie stammten. Mittels der Führungsschiene und einem weiteren flachen Kontaktband wurden die Modellautos über Gleitkontakte mit Strom versorgt. Da noch keine Handregler in heutigen Sinne erhältlich waren, wurden zur Geschwindigkeitskontrolle lenkradähnliche Drehregler und/oder morsetastenartige Druckknöpfe usw. benutzt.

Die Fahrzeuge waren zwar den damaligen Originalrennwagen nachempfunden, jedoch gab es keinen verbindlich definierten Maßstab. Auch waren die Bahnanlagen landschaftlich nicht komplett durchgestaltet, wie es z. B. in Modelleisenbahnclubs üblich ist. Es ging also vorrangig um das Austragen von Wettbewerben.

Aktuell gibt es Autorennbahnen in den Maßstäben 1:24, 1:32, 1:43 und 1:64 Der am meisten verbreitete Standard bei Spielzeugen für Erwachsene ist heutzutage der Maßstab 1:32. Die "Carrera Go!!!"-1:43-Bahnen sind als Einstieg für Kinder ab 6 Jahren gedacht. Die im gleichen Maßstab hergestellte Carrera Profi wurde eingestellt. Nicht mehr produziert werden auch die Systeme "Carrera Universal" (drei Leiter) – bei der zwei Autos hintereinander, aber unabhängig auf einer Spur fahren konnten – sowie "Carrera Servo" (vier Leiter) bei der Spurwechsel möglich waren.

Kunststoff-Autorennbahnen im Maßstab 1:32 werden von den Firmen Carrera, AutoArt, Scalextric, Ninco und SCX hergestellt. Rennbahnen im Maßstab 1:24 bietet aktuell nur noch Carrera an. Holzrennbahnen für Endverbraucher stellt beispielsweise die Firma Slotfire in den Maßstäben 1:24 und 1:32 her. Das meistverwendete Bahnsystem im Clubsport ist von der Firma Plazidus, welche Holzbahnen in Modulbauweise, als Bausatz oder Fertigelemente, herstellt.

Zielgruppe für die 1:32- und insbesondere 1:24-Bahnen aus Kunststoff oder Holz sind heute – wie bei den detaillierten Modelleisenbahnen – primär Erwachsene. Als Kinderspielzeug werden einfachere, meist vom Maßstab her kleinere, Autorennbahnen wie die oben erwähnte Carrera GO!!! oder Bahnen z. B. von Artin und Racy angeboten. Inzwischen werden von den meisten Herstellern „Digital“-Systeme angeboten. Damit sind das Fahren von mehreren Fahrzeugen in einer Spur und (über Weichen) Spurwechsel möglich.

Eine Alternative zu den Kunststoff-Autorennbahnen stellen Holzrennbahnen dar. Waren diese Bahnen bis vor kurzem noch professionellen Renncentern vorbehalten, bieten die Hersteller von fest installierten Club-Rennbahnen vergleichbare Qualitäten mit digitaler Rennsteuerung und Features wie automatischem Überholen mit Kollisionsschutz inzwischen auch für den Hobby-/Privatbereich an. Aufgrund des meist limitierten Platzes im Endverbraucherbereich gibt es hier neben Schienensystemen Modulsysteme, bei denen die Rennstrecke in frei kombinierbare MDF-Platten integriert ist. Als wichtigste Vorzüge gegenüber Kunststoffrennbahnen nennen die Hersteller hier unter anderem einen schnelleren Auf- und Abbau sowie die hohe Verwindungssteifigkeit der Systeme. Auch böten die Lacke der Strecken besseren Grip.

Quelle: Wikipedia